Startseite
  Archiv
  Mischa
  Mischa Pics
  Meine 4
  Broth's Pics
  Boy's Pic's
  Meine Stadt
  TEST
  Hate/Love
  Ich bin verliebt...
  K-Haus Pic's
  K-Haus Vid's
  K-Haus Versprecher
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Freunde
    mania88
    gizzel
    - mehr Freunde




  Links
   Sophie's blog
   Revan's Hp
   Porno Daniel aka Lieblingsdaniel :D
   Free SmS
   La_Ge's Video
   Gs Back



http://myblog.de/jamiro1988

Gratis bloggen bei
myblog.de





Was ist der Sinn des Lebens?

Wer so fragt, der ist bereits krank, sagen manche. Nun fragen aber bereits Kinder so etwas. Man wird diese Kinder nicht als krank bezeichnen können, höchstens als wißbegierig. Wer möchte sich aber in dieser Frage auf die Stufe eines Kindes gestellt wissen? Deshalb wird diese gern verdrängt und tabuisiert, obwohl die Weisheit ja gerade im Anerkennen des Wissens um das Nichtwissen besteht.
Manche sagen auch, der Sinn des Lebens sei es, zu leben. Eine zunächst verblüffend einfach und weise erscheinende Antwort. Wenn man jedoch ebenso einfach die Frage nach dem Sinn des Essens, des Arbeitens oder des Reisens beantworten würde, dann wird deutlich, wie unsinnig eine solche zu sehr vereinfachte Aussage ist. Der Sinn des Essens kann es wohl kaum nur sein, zu essen, der Sinn des Arbeitens kaum nur der, zu arbeiten. Und reisen, nur um zu reisen ohne Ziel, das macht zumindest wenig Sinn. Woher kommt gerade bei dieser so grundlegend wichtigen Frage nach dem Sinn des Lebens diese Großzügigkeit des freiwilligen Verzichts auf eine präzise Antwort? Will man sich sein Nichtwissen nicht eingestehen?
Manche sagen auch, den Sinn des Lebens muß jeder für sich selbst herausfinden. Eine ebenso einfache wie nichtssagende Antwort für den Suchenden. Spielt hier eine gewisse Unmündigkeit, das pubertäre Bedürfnis eine Rolle, absolut frei zu sein und sich nicht in irgendwelche Strukturen einordnen zu können?
Gleicht es nicht einer Fahrt ins Blaue, wenn man die Antwort auf die Frage nach dem Sinn nicht sucht? Man vertraut hierbei auf den Organisator der Fahrt und läßt sich überraschen. Für die Freizeitgestaltung mag das ja ganz gut sein. Dieses Prinzip aber auf das ganze eigene Leben anzuwenden, wäre das erwachsen und mündig gehandelt? Schließlich besitzen wir im Gegensatz zum Tier keinen Instinkt, der uns leitet. Umweltzerstörung und Kriege zeigen dies deutlich. So ergibt sich:
Die Frage nach dem Sinn ist die grundlegende Frage denkender Menschen. Schon die alten Griechen fragten:
Was können wir wissen? Was dürfen wir glauben? Was können wir hoffen? Wie sollen wir leben?
Ein alter Volksspruch um 1500 lautet:
Ich kam, weiß nicht woher, ich bin und weiß nicht wer, ich leb, weiß nicht wie lang, ich sterb und weiß nicht wann, ich fahr, weiß nicht wohin mich wundert's, daß ich so fröhlich bin.
Und Kant sagte um 1800:
Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?
Wenn wir das Wort Sinn durch Zweck, Bedeutung oder Aufgabe ergänzen, fällt es vielleicht etwas leichter, diese philosophische oder religiöse Frage ganz zu verstehen. Die Frage kann auch noch einmal aufgeteilt werden in die Fragen:
W e l c h e n S i n n (Zweck, Bedeutung) hat das Leben f ü r w e n ?
und:
W e l c h e s L e b e n ist gemeint?
Erst eine größtmögliche Differenzierung dieser umfassenden Frage wird uns einer praktikablen Antwort näherbringen.
Was ist nun der Sinn des Lebens? - Nach dieser differenzierten Betrachtung können wir erkennen, daß diese allgemeine Frage nach dem Sinn des Lebens fast immer vom Begriff her zwar als das ganze Leben umfassend gestellt wird, daß im Grunde aber doch nur meist das eigene persönliche Leben gemeint ist.
Ein absoluter Sinn des Lebens ist demnach für uns Menschen nicht erkennbar. Ebenso wie ein Sinn der Existenz des gesamten Universums für uns Menschen nicht erkennbar ist und letztlich sehr wahrscheinlich wohl auch immer unerkennbar bleiben wird. Vielleicht ist es auch ganz sinnvoll, daß wir den rein theoretischen absoluten, letzten Sinn des Ganzen nicht erkennen können, damit wir uns wieder umso mehr dem praktischen Leben im Hier und Jetzt zuwenden und dieses so sinnvoll wie möglich gestalten.
Der Sinn für den Menschen kann daher nur sein, seine Persönlichkeit zu bestmöglicher Entfaltung und Reife zu bringen, so wie einer Blume dies zu eigen ist, die sich ihrer Art gemäß, den Boden- und Klimabedingungen entsprechend, mehr oder weniger optimal entfaltet. Für den mündigen Menschen ergibt sich darüberhinaus noch die Aufgabe, Mit- Verantwortung für seine Mitwelt zu übernehmen und damit die Möglichkeit, in vielfältiger Weise aktiv tätig zu werden.
Suchst du das Höchste, das Größte? Die Pflanze kann es dich lehren.Was sie willenlos ist, sei du es wollend; - das ist's.
Friedrich von Schiller
Orientierung für eine sinnvolle Lebensgestaltung ergibt sich aus der selektiv gewichteten Antwort auf die vorangestellte, differenzierte Frage nach dem Sinn des Lebens. Erst aus dieser differenzierten Art der Behandlung dieser grundlegenden Frage ergibt sich die Möglichkeit zu einer vernünftigen Handlungsweise. Erst das Erkennen und Anerkennen des Nichtwissens, eine agnostische Haltung bewahrt vor spekulativen Extremismen und führt zurück zum Wesentlichen, führt zu sinnvollem Tun und ermöglicht ein Offensein für neue Erkenntnisse.
Die differenzierte Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sinn des Lebens führt folgerichtig zum Humanismus, dem Ideal vom verantwortlichen Menschentum. Humanismus, nicht nur als schulische Bildungsrichtung, nicht nur als Geschichtsepoche, sondern jetzt als Wertesystem, als Ideal, als Ideologie, Weltanschauung oder auch Religion, Konfession oder Glaube, - ganz wie es dem Einzelnen gefällt. - Auf jeden Fall Humanismus als eine allem anderen übergeordnete Orientierung.
Humanismus ist nicht nur ein Ziel, sondern zugleich auch ein Weg, denn das Ideal vom Menschentum umfaßt den ganzen real existierenden Menschen in seiner Entwicklung vom Kind bis zum Greis und enthält real betrachtet neben den edlen auch seine weniger edlen Seiten. Humanismus konsequent als Orientierung angewandt, führt schon vom Namen her zur Arbeit am Menschen. Und ganz konsequent angewandt veranlaßt er noch vor einer Arbeit an und mit anderen Menschen vor allem zur Arbeit an der eigenen Person.
Gibt es ein höheres Ideal zur Orientierung des Menschen als den Humanismus? Gibt es ein anderes Ideal, das den Weg vom ersten Schritt an und das letztliche Ziel gleichzeitig in sich vereinigt? Gibt es ein anderes Ideal als den Humanismus, der im Gegensatz zu vielen anderen Ideologien keinen Menschen ausgrenzt, sondern alle Menschen dieser einen Welt vereint?
Glaubens-Lehren wie beispielsweise Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, grenzen sich allein schon von ihrem Namen her untereinander von allen übrigen Menschen ab. Ähnlich verhält es sich mit Identifikationen, wie zum Beispiel Deutschtum und anderen Nationalismen. Auch der Liberalismus allein hat als übergeordnete Orientierung keine integrierende Wirkung, sondern nur eine die Freiheit an sich verteidigende, die auf die Frage: "Freiheit wofür?" jedoch noch keine Antwort gibt.
Alle ab-grenzenden beziehungsweise be-grenzten Orientierungen sind vermutlich Versuche, Identität, Sicherheit und Grund-Orientierung zu finden. Es sind Bemühungen, die eher einer pubertären Phase entsprechen, in der der Mensch gleichzeitig nach Freiheit und nach Bindung sucht. Ein höherer Entwicklungsstand dagegen ermöglicht es, alle diese begrenzten partikularen Interessen in der übergeordneten Orientierung des Humanismus wiederzufinden und auch in dieser Bindung Freiheit gleichzeitig zu erleben und somit sinnvoll zu leben.
Andere Ideologien wie Christentum, Buddhismus, oder Kommunismus, Marxismus- Leninismus bezeichnen religiös oder materialistisch orientierte Wege, und nicht das eigentliche Ziel. Sie wollen paradiesische Zustände im Diesseits oder im Jenseits und veranlassen immer wieder ihre Anhänger, den Weg zum Ziel zu machen, denn es ist meistens einfacher, die Umwelt zum Ziel von Veränderungen zu haben, als sich selbst. Durch das Nicht-benennen des eigentlichen Zieles, das im Menschen selbst liegt, verführen sie ihre Anhänger immer wieder dazu, ihrem Ideal, einem Weg zu dienen, anstatt sich dem Ziel durch Arbeit an sich selbst und an der Gemeinschaft zu nähern.
Wir selbst müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.
Mahatma Gandhi
Christen verehren Gott und Jesus Christus, Kommunisten kämpfen für den Kommunismus, dessen letztes Ziel der Humanismus sein sollte, und selbst kritische Philosophen verehren ihre Lehrer wie Heilige, anstatt nach deren Lehren zu leben. Es gibt z.B. Vereine, die den Namen des Philosophen tragen. Da hat man sich auf einen Philosophen festgelegt und beschäftigt sich mit seinen Schriften, ohne das Wesentliche, was dieser gesagt und gewollt hat, zu erkennen und danach zu handeln.
Nietzsche wollte beispielsweise den Übermenschen, das heißt nicht, den sich über andere erhebenden Menschen, wie das meistens mißverstanden wird, sondern den aus sich selber heraus erschaffenden und bestehenden Menschen, der keinem Modell folgt und niemanden nachahmt; er wollte den mündigen Menschen. Und er wollte, daß man ihn nicht verehrt. Er sagte beispielsweise: Hört mich an, denn ich bin, was ich bin; verwechselt mich vor allem nicht mit dem, was ich nicht bin. - Nun heiße ich euch, mich verlieren und euch finden. Erst wenn ihr mich alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren. Warum hört man nicht auf ihn? Ich nehme an, weil es an Mut fehlt, um den konsequenten Schritt in die Unabhängigkeit zu tun und sich selbst mit in die Pflicht zu nehmen.
Ist denn so groß das Geheimnis, was Gott und der Mensch und die Welt sei?Nein! Doch niemand hört's gerne; da bleibt es geheim.
Johann Wolfgang von Goethe
Warum eigentlich hört's niemand gerne? Ich vermute, weil es einerseits zu einfach erscheint, und weil es andererseits zu anstrengend ist, indem der Einzelne an sich selbst arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen müßte. Humanismus heißt Menschentum und Menschentum erfordert Müdigkeit, und Mündigkeit bedeutet mehr als nur Volljährigkeit. Mündigkeit heißt, eine kritische Distanz nicht nur zu seiner Mitwelt, sondern vor allem zu sich selbst zu haben, für sich selbst voll- und für seine Mitwelt mitverantwortlich sein zu wollen und zu können.
Mündig sein bedeutet, ganzheitlich zu denken und zu handeln, die uns im Leben und in uns selbst begegnenden Gegensätze als Bestandteile eines belebten Ganzen zu sehen, die Polarität als Prinzip des Lebens und auch uns selbst als Teil des Ganzen zu empfinden. Ein treffendes Symbol für diese harmonische Ganzheit der Gegensätze ist das Yin-Yang- Zeichen. Das Ergebnis einer realistischen, ganzheitlichen Weltanschauung ist eine Ablösung von jenseits- orientierter Religion als einer Art geistiger Einstiegsdroge, ist ein Abschied von der Gottesvorstellung als kindlicher Übervater-Projektion. Aus einer solchen realistischen Weltanschauung ergibt sich eine tragfähige Identität und eine neue Bescheidenheit. Wir brauchen damit keine neuen Symbole technischen Könnens mehr, um unsere Bedeutung materiell darzustellen. Stattdessen können wir uns sinnvoller zugunsten von mehr Menschlichkeit an denjenigen Naturvölkern ausrichten, die keine Spuren der Zerstörung und der menschlichen Eitelkeit auf der Erde hinterlassen.
Neuer Glaube
Größer werden die Menschen nicht, doch unter den Menschen größer und größer wächst die Welt des Gedankens. Strengeres fordert jeglicher Tag von den Lebenden. Und so sehen es alle, die zu sehen verstehen:
Aus dem Glauben des Kreuzes bricht ein andrer hervor, selbstloser und größer; dessen Gebot wird sein: Edel lebe und schön, ohne Hoffnung künftigen Seins und ohne Vergeltung, nur um der Schönheit des Lebens willen.
Theodor Storm
(Dieses Gedicht fehlt in fast allen Ausgaben seiner Werke!)
28.1.07 21:32
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung